Erfahrungsbericht – Ein Jahr nach der Ausbildung als Lebensmitteltechnologe EFZ

Begonnen hat es bereits nach dem praktischen Qualifikationsverfahren: die Schule war grösstenteils beendet und ich wurde schon intern einer Anlage zugeteilt. Wie auf Wunsch durfte ich meine neue Zukunft an der Pralinéslinie 1 im Team OCC planen. In den ersten Tagen ergab sich die Möglichkeit in die Schichtarbeit hineinzuschauen. Man kann sagen, nach bereits drei Jahren Frühschicht – ich habe immer zwischen 4Uhr und 8Uhr begonnen – konnte ich es kaum erwarten in einer anderen Schicht meine Leistungen zu beweisen. Schon in den ersten zwei Wochen, als die Ausbildungszeit offiziell geendet hatte, probierte ich in der Nachtschicht (23Uhr bis 5Uhr) meine sonst morgigen Arbeiten auszuführen. Doch am liebsten mag ich die Spätschicht (14Uhr bis 23Uhr), da es für mich auch privat mehr lohnt am Morgen auszuschlafen und am Nachmittag fit zur Arbeit zu gehen.

Nach mehreren abwechslungsreichen Arbeitswochen faszinierte mich ein neues Thema, welches bei meinem Vorgesetzten gerade sehr aktuell war: als Berufsbildungsverantwortlicher vier Lebensmittelpraktiker auszubilden. Von da aus baute sich mein Interesse immer mehr auf, bezüglich der Auszubildenden. Ich wollte mich mehr mit diesem Thema befassen und den Berufsbildern über die Schulter zu schauen, was ich auch nach Absprachen durfte. Von da aus gefiel es mir immer mehr, die Arbeit mit den Lernenden; mein Wissen an jungen, interessierten Menschen weiterzugeben, sowie auch einen kleinen Teil deren Verhalten und Psychologie. Obwohl sich in der Zwischenzeit herausstellte, dass sich manchmal sehr viel Geduld und Arbeit dahinter verbirgt, entwickelt es sich immer mehr zu einer Leidenschaft.

Im Moment kann ich den Auszubildenden im schulischen Bereich weiterhelfen, einerseits ist mein Wissen noch ziemlich präsent, andererseits  verfüge ich noch nicht über einen speziell erforderlichen Kursabschluss, welcher aber noch auf meiner „to do“-Liste steht. Wie ich auch selber erfahren durfte, ist lernen nicht jedermanns Sache und benötigt auch eine gewisse Unterstützung, welche ich gerne anbiete. Bild 1

Nach einem positiven, intensiven Gespräch, wurde entschlossen, mein Potenzial weiter in Frage zu stellen; ich konnte eine neue, aufwendigere Anlage kennenlernen – die Riegel und Branches. Bereits nach kurzer Zeit konnte ich bald einige Produkte auf der Linie selber produzieren und verpacken.

Auch andere Maschinen wie die Beutelmaschine „Transwrap“ stehen in unserer Abteilung und ich konnte diese bereits selber führen, da ich diese auch grösstenteils an der praktischen Prüfung bedienen musste.

Die Arbeit hier bereitet mir viel Freude, da ich sehr viele abwechslungsreiche Arbeiten durchführen darf. Ich bin sowohl praktisch als auch administrativ Tätig. Zudem stimmt das Verhältnis bei mir und unter den Mitarbeitenden im Team und erhalte zudem eine Unterstützung in allen Bereichen, damit ich viel erlernen kann und schnell selbständiger werde.

Nach einem erfolgreichen Jahr könnte ich mir auch vorstellen noch einige Zeit in diesem Betrieb weiter zu arbeiten und meine Zukunft nimmt langsam Form an.

Fabio Catalano
Lebensmitteltechnologe